Klassischer Horror jetzt auf Blu-ray und DVD
The Pact: Angst in einem Haus

Mit Slogans wie „Der unheimlichste Film des Jahres!“ und „Du wirst vor Angst schreien!“ wirbt die Blu-ray-Verpackung von „The Pact“. Ascot Elite weckt auf gewisse Weise falsche Erwartungen, aber: Das Mystery-Grusel vom Newcomer Nicholas McCarthy besitzt seinen Reiz. Jetzt im Handel.

Ein Messer kann nie schaden.... (Foto: Ascot Elite)

Ein Messer kann nie schaden.... (Foto: Ascot Elite)

Die Mutter von Nichole (Agnes Bruckner) und Annie (Caity Lotz) ist tot! Sie hinterlässt ein Haus, in dem die beiden Schwestern eine schlimme Kindheit verbrachten. Aber um den Nachlass müssen sie sich dennoch kümmern. Annie möchte davon zuerst nichts wissen, doch als Nichole spurlos verschwindet, begibt sie sich zu dem kleinen Anwesen. Was die dort erlebt, mag sie zu Beginn gar nicht fassen. Seltsames trägt sich in dem Haus zu. Ist das womöglich der Geist ihrer Mutter? Steckt vielleicht noch mehr dahinter? Und wo ist eigentlich ihre Cousine Liz (Kathleen Rose Perkins)? Die ist auch wie vom Erdboden verschluckt. Ein wenig Unterstützung erhält die taffe Dame vom Polizisten Bill Creek (Casper Van Dien), der ihr zu Beginn die komischen Geschichten nicht glauben möchte…

Klassisch, aber…

Oh, da sieht jemand nicht mehr so gesund aus. (Foto: Ascot Elite)

Oh, da sieht jemand nicht mehr so gesund aus. (Foto: Ascot Elite)

Horror in einem Haus. Das Grundgerüst fand dank „Paranormal Activity“ und „[REC]“ unzählige Nachahmer, gerade in den letzten Jahren. Doch „The Pact“ ist anders. Nicholas McCarthy verzichtet wohl aus Budgetgründen auf spektakuläre Effekte und plumpe Schock-Elemente, vielmehr serviert er eine erstaunlich ruhig erzählte Geschichte, die sich langsam entwickelt. Die Leiden der jungen Annie, wirklich toll gespielt von Caithy Lotz, bekommt der Zuschauer zu spüren. Sie sieht mitgenommen aus, handelt zielstrebig und wird mit Mysterien konfrontiert, die sie versucht, rational zu betrachten. Das wirkt glaubwürdig – trotz des übersinnlichen Szenarios. Spannung erzeugt „The Pact“ durch eine professionelle Akustik mit einer feinen Instrumentierung, ebenfalls stimmen die Wendungen und Überraschungen positiv.

Aber: Gerade in der zweiten Hälfte wird „The Pact“ zunehmend vorhersehbar, das Ende hebt deswegen nicht mehr an. Auch fallen Defizite auf: Manche Dialoge besitzen keine Relevanz, die Rolle von Casper Van Dien ist hart genommen sogar überflüssig. Und ein paar Situationen sind nicht gruselig, sondern fast albern. Dazu gesellt sich eine nicht optimale deutsche Synchronisation, speziell die Stimmen der Schauspielerinnen lassen Emotionen vermissen. Das fällt im Vergleich zum englischen Original besonders auf.

Es sei jedoch betont, dass sich „The Pact“ einfach anders anfühlt. Die zurückhaltende Art, die starke Protagonistin, das fortlaufend steigende Interesse an den Hintergründen – das sind Punkte, die zeigen, dass sich McCarthy Gedanken gemacht hat. Richtig unheimlich ist der Film zwar nur selten, aber die Atmosphäre stimmt. Hier sammelt „The Pact“ zahlreiche Pluspunkte.

Auf Blu-ray

Besagte deutsche Synchronisation stellt leider nicht vollends zufrieden, abgesehen von der musikalischen Untermalung. In DTS-HD Master Audio 5.1 kommen schaurige Geräusche aus den hinteren Boxen. Prima. Das gilt freilich auch für die englische Tonspur, die ebenfalls in DTS-HD Master Audio 5.1 vorliegt. Die Bildqualität ist ordentlich, wobei manche Szenen dezent verwaschen sind. Überzeugen kann der Schwarzwert und weitgehend die Kontraste bei Außenaufnahmen. Insgesamt passt das alles. An Boni wiederum sparten die Macher nicht: Das Making-Of ist aufschlussreich, die Featurette-Videos über die Darsteller, den Drehort und den Regisseur sind sehr sehenswert.  Einen Audiokommentar spendierte der Filmemacher außerdem. Schön.

„The Pact“ könnte all diejenigen enttäuschen, die genau das erwarten, womit Ascot Elite wirbt. Von Angst kann kaum die Rede sein, vom „unheimlichsten Film des Jahres“ sowieso nicht. Allerdings besitzt „The Pact“ andere Stärken: Die Idee der Geschichte wirkt durchaus erfrischend und Caithy Lotz spielt stark. Am Schluss bleibt ein gutes, zufriedenstellendes Gefühl – eben weil sich der Film von den Blockbusters der Vergangenheit unterscheiden kann – durch die Erzählweise und die ungewöhnliche Ruhe. Das alleine genügt für eine Kaufempfehlung, vor allem wenn man dem Genre aufgeschlossen gegenüber steht. Und was Nicholas McCarthy als nächstes plant? Darauf kann man auch gespannt sein…

„The Pact“ von Ascot Elite ist ab dem 6. November 2012 auf Blu-ray und DVD erhältlich.


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