Fantastische Importe
Hierzulande unbekannt: Fantastische Filme, die (noch) keiner kennt

Im Fachhandel verschiedene Blockbuster zu finden ist kein großes Problem. Allerdings gibt es auch Filme, die es aus diversen Gründen nicht in den Handel außerhalb ihres Herstellungslandes geschafft haben.


Es ist eigentlich eine Schande, dass es gerade im fantastischen Bereich ein paar Beispiele für äußerst gelungene Filme gibt, die auch deutsche Kinofreunde nicht kennen. Ein paar Beispiele stellen wir hier vor, die für Fans mit Englischkenntnissen interessant sein könnten.

The Illusionist

Den Anfang macht ein Film, der noch nicht in den wirklich fantastischen Bereich gehört. Keiner sollte sich davon abschrecken lassen, dass es sich hier um ein französisches Stück Kino handelt, denn „The Illusionist“ kommt bis auf einen Satz am Anfang komplett ohne Sprache aus. Ende der 1950er Jahre geht die Zeit der simplen Varietéunterhaltung zu Ende und muss Rockmusik á la Beatles weichen. Ein leicht tollpatschiger Illusionist, der sich Zeitlebends auf Bühnen mit kleinen Zaubertricks durchgeschlagen hat, muss von den Großstädten immer weiter auf die ländliche Bevölkerung ausweichen, um noch Aufträge zu erhalten. Bei einem seiner Auftritte gerät er an die junge Alice, die naiv genug ist zu denken, dass der Illusionist ein echter Zauberer ist. Dementsprechend hoch sind ihre Ansprüche, die der Künstler irgendwie versucht, zu befriedigen. Dabei  steht es um seine finanziellen Mittel äußerst schlecht, doch wenn das Mädchen einen neuen Mantel haben möchte, so muss dieser irgendwie herbeigezaubert werden. „The Illusionist“ ist melancholisch und deprimierend, doch gleichzeitig voller Charme und wurde mit der mitunter liebevollsten Zeichentrickanimation erstellt, die es in den letzten Jahren zu sehen gab.

Strings

Shakespeare mit Marionetten? Ja, „Strings“ geht tatsächlich in eine ähnliche Richtung. Prinz Hal wird Opfer einer Intrige und muss mit ansehen, wie das Königreich seinem bösartigen Onkel  Nezo in die Hände fällt. Vorher hat Nezo den rechtmäßigen König ermordet, indem er dessen Kopfschnur gekappt hat. Was folgt ist die Flucht des Prinzen in eine Welt voller fantastischer Momente und Wesen. Jede Figur ist sich darüber im Klaren, dass sie eine Marionette ist. Die Fäden sind auch für die Hauptfiguren des Films sichtbar und werden sogar am Anfang von „Strings“ bis über die Wolken der Welt gezeigt. Der Film lief vor Jahren ein einziges Mal in einer deutschen Fassung im Fernsehen, doch hat sich bis heute kein Verleih dazu bereit erklärt, eine DVD-Version von „Strings“ zu veröffentlichen. Dabei ist der gesamte Film meisterhaft inszeniert und kann in der englischen Version ein beeindruckendes Sprecherensemble vorweisen.

Ink

Der Anfang klingt kitschig, gehört aber zu einem der beeindruckendsten Fantasy Filme der letzten Jahre. Auf einer alternativen Ebene existieren sogenannte Storyteller, deren Aufgabe es ist, den Menschen schöne Träume zu bringen. Die Incubi machen genau das Gegenteil. Wer in ihren Schatten gerät, pennt äußerst schlecht. In einer ganz gewöhnlichen Nacht erscheint das Wesen Ink, das weder zur einen noch zur anderen Fraktion gehört. Er entscheidet sich dafür, in der Tradition der Storyteller zu arbeiten, baut dabei aber gleich bei seinem ersten Auftrag Mist. Anstatt dem kleinen Mädchen Emma einen angenehmen Traum zu bringen, trennt er ihre Seele von ihrem Körper. Für die Realität liegt Emma im Koma, in der Traumwelt folgt sie Ink zu einem besonderen Ort, den er ihr zeigen möchte. Allerdings kann er das Portal dorthin nicht öffnen, weil er das nötige Passwort nicht hat. Um daran zu kommen muss er zwei andere Drifter finden und mit ihnen um den Teil ihres Passworts handeln. Gleichzeitig versuchen die drei Storyteller, die für Emma zuständig sind, sie zu finden. Denn ohne dass sie es weiß, läuft Emma die Zeit davon. Ihr Körper liegt nach wie vor in einem Koma und die Ärzte überlegen, ob es nicht sinnvoller wäre, ihre Maschinen abzuschalten…

The Book of Kells

OK, technisch gesehen dürfte „The Secret of Kells“ nicht auf dieser Liste erscheinen. Nachdem der Film 2009 in Irland bzw. England erschienen ist, wurde jüngst ein Deutschlandrelease angekündigt. Da der Film aber gleich auf dem DVD-Markt landet und wahrscheinlich nicht besonders viel Werbung bekommen wird, nehmen wir ihn an dieser Stelle trotzdem in die Liste auf. Im achten Jahrhundert wird die noch junge Abtei von Kells durch aggressive Wikinger bedroht. Der Abt des Klosters will aus diesem Grund eine hohe Mauer errichten und erwartet von seinem Neffen Brandon, dass er später in seine Fußstapfen treten wird. Doch Brendan denkt gar nicht daran, sondern interessiert sich eher für die Bilderhandschrift. Bei dieser real existierenden Kunstform werden einzelne Buchstaben in Büchern zu einem Teil der Dekoration – und Brendan scheint eine natürliche Gabe dafür zu besitzen. Deshalb bittet ihn Aidan von Lindisfarne, ein Meister der Bildhandschrift, darum, mit ihm das Buch von Kells fertig zu stellen. Natürlich hält Brendans Onkel rein gar nichts von der Berufswahl seines Neffen und versucht, diesen in seine Schranken zu weisen. Doch Brendan ist erfinderisch und schleicht sich immer wieder in die Wälder von Kells, wo er auf das Wildmädchen Aisling. Und diese scheint etwas mehr zu sein als nur ein einfacher Mensch…

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