Der etwas andere TV-Horror
Dead Set: Der etwas genialere Zombiefilm

Nachdem die fünfteilige Miniserie bereits vor rund vier Jahren im britischen Fernsehen lief, findet „Dead Set“ nun auch den Weg in den deutschen Handel. Auch wenn das Cover wie ein stinknormaler Zombiefilm aussieht hat die Serie doch den ein oder anderen Kniff, der sie zu einem hervorragenden Splattererlebnis macht.


Okay, Zombies sind bei weitem nichts Neues. Egal ob Film, Comic oder Computerspiel, die lebenden Toten latschen durch so ziemlich jedes Medium, um irgendwo etwas menschliches Futter zu finden. Das hat auch „Dead Set“ mit jeder anderen Verwurstung des Themas gemeinsam. Doch die englische Produktion startet mit einer etwas anderen Idee, die gleichzeitig abgefahren und genial ist.

Untot im Container

Sobald die Zombieplage erst einmal auf die Menschheit losgelassen wurde, gibt es ganz einfach keine Rettung mehr. Und die Seuche breitet sich verflucht schnell aus. So schnell sogar, dass innerhalb kürzester Zeit die Erde einem Friedhof gleicht. Eine kleine, ganz besondere Gruppe Menschen bekommt davon aber erst einmal gar nichts mit. Diese Ansammlung von Ahnungslosen ist nämlich besser vor der Welt geschützt als jedes Gefängnis und so mancher Politiker. Die Rede ist bizarrerweise von den britischen Bewohnern des Big Brother Hauses. Richtig gelesen, „Dead Set“ spielt tatsächlich zu 90 Prozent in der Originalkulisse der englischen Ausgabe der Show für Voyeure. Bei einer der Liveshows kommt es zu einer Zombieattacke, die wegen dem allgemeinen Fangekreische erst einmal gar nicht weiter auffliegt. Erst als sich die toughe TV-Assistentin Kelly (Jaimie Winstone) vom Fernsehstudio aus in die Kulissen retten kannm erfahren die Insassen, was überhaupt los ist. Später stößt auch noch Kellys Chef Patrick (hervorragend gespielt von Andy Nyman) dazu, der mit seinem arroganten Gehabe die letzten Menschen gegeneinander aufzubringen droht…

Aus alt mach neu

Eins muss man der fünfteiligen Miniserie lassen: „Dead Set“ schafft es seit langem mal wieder, eine düstere und deprimierende Version der Zombieapokalypse zu zeichnen. Es tut wirklich gut, mal wieder eine Filmcrew zu sehen, das das Thema ernst nimmt und nicht durch Gequatsche über Hoffnung oder Gags versucht, die Endzeitstimmung zu entkräften. Die Bewohner des Big Brother-Hauses sind wild zusammen gewürfelt und können sich zum Teil nicht ausstehen. Das sorgt nicht nur für Spannungen innerhalb der Gruppe, sondern führt eventuell zu einer großen Katastrophe. Dabei springt das Special Effects Team alles andere als zimperlich mit den Opfern der Zombies um. Wer erwischt wird, ist definitiv nicht mehr zu retten und „Dead Set“ zeigt das Ableben der Figuren auf kreative und ziemlich blutige Arten, die ziemlich realistisch dargestellt werden. Wer sich in der britischen Fernsehwelt etwas auskennt, wird ebenfalls auf bekannte Gesichter treffen. Abgesehen von einigen Schauspielern rennt u.a. auch Davina McCall, die Big Brother seit mehreren Staffeln moderiert, um ihr Leben. Was bleibt ist von der Grundidee nicht neu, dafür aber eine Art Best of der Zombiefilme, das daran erinnert, warum das Genre so erfolgreich wurde.

„Dead Set“ ist in Deutschland ungeschnitten auf DVD und Blu-ray erschienen.


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