Quadrologie jetzt auf Blu-ray
Indiana Jones – The Complete Adventures: Der volle Indy-Spaß!

Peitsche, Hut und ein sympathisches Grinsen im Gesicht: Indiana Jones gehört zu den beliebtesten Filmfiguren der letzten Jahrzehnte. Umso schlimmer, dass sich George Lucas und Stephen Spielberg so viel Zeit für die HD-Neuauflagen der ersten drei Teile ließen.

Harrison Ford in seiner wohl beliebtesten Rolle. Neben Star Wars, versteht sich. (Foto: Paramount)

Harrison Ford in seiner wohl beliebtesten Rolle. Neben Star Wars, versteht sich. (Foto: Paramount)

Jetzt aber gibt’s endlich „Indiana Jones – The Complete Adventures“ mit allen vier Episoden, in Full HD und mit einer prall gefüllten Bonus-Silberscheibe. Ein Fest für Fans?

Indiana Jones: Jäger des verlorenen Schatzes (1981)

Restauriertes Bild. (Foto: Paramount)

Restauriertes Bild. (Foto: Paramount)

Wie alles begann: Der junge Archäologe Indiana Jones (Harrison Ford) lässt im Jahr 1936 kein Abenteuer aus. Er sucht nach Kostbarkeiten und historische Schätze, um diese Museen zu spenden. Letztlich aber will er Gefahren überstehen, daran gibt es keinen Zweifel. Seine erste „Mission“ führt ihn nach Ägypten. Dort haben die Nazis damit begonnen, nach der mysteriösen Bundeslade zu suchen. Diese soll den Trägern übermenschliche Kräfte verleihen, was den Bösewichten Vorteile in einem Krieg verschaffen könnte. Nur gut, dass Indy aufräumt und mit Geschick, Gewalt, Humor und Cleverness den fiesen Deutschen Paroli bietet.

Nach dem Schauen des ersten „Indiana Jones“-Teils auf Blu-ray wird man schon überrascht sein. Es ist faszinierend, dass das Debüt von Indy mittlerweile 31 Jahre alt ist. Sicherlich bemerkt man heutzutage viel schneller die Filmfehler und dramaturgischen Schwächen, aber das ändert keinesfalls etwas an dem unverändert hohen Unterhaltungswert. Und in der Tat macht sich die komplette Neubearbeitung des originalen Negativs bemerkbar, vor allem bei den Farben und den Kontrasten. Sicherlich, eine gewisse Grobkörnigkeit an etlichen Stellen sowie manchmal die blass wirkende Hintergründe sind zu erkennen – alles in allem haben die Verantwortlichen wunderbare Arbeit bei diesem Klassiker geleistet. Anders sieht es beim Ton aus: Die erste Synchro-Fassung aus den 1980er Jahren liegt in Stereo vor, was sich auf den Hörgenuss auswirkt. Die Dynamik fehlt, Surround-Effekte gibt’s nicht. Deutlich besser – zumindest bezogen auf Bass, Raumklang und Gespräche – ist die bereits einige Jahre alte Neu-Synchronisation, bei der diverse Figuren andere Stimmen erhielten. Verständlich, schließlich dürften einige Schauspieler mit der Zeit verstorben oder zu alt für den Job gewesen sein. Fanatiker bleiben freilich beim Original, alle anderen können die gute Dolby Digital 5.1.-Variante wählen. Oder man entscheidet sich für den englischen Ton in einem wuchtigeren DTS-HD 5.1.

Indiana Jones und der Tempel des Todes (1984)

Ab in den Dschungel mit Indy. (Foto: Paramount)

Ab in den Dschungel mit Indy. (Foto: Paramount)

Indiana Jones ist bei seiner zweiten Odyssee nicht alleine. Mit dem Jungen Short Round (Jonathan Ke Quan) und der hübschen Sängerin Willie Scott (Kate Capeshaw) besucht der Archäologe ein seltsames indisches Dorf – irgendwo im Dschungel. Irgendetwas stimmt mit der Ortschaft und seinen Bewohnern nicht,  der magische Sankara-Stein ist die einzige Rettung. Doch diesen zu finden ist keine Leichtigkeit. Denn im namensgebenden Tempel des Todes erwartet sie das Grauen…

Die Fortsetzung, die übrigens drei Jahre später in die Kinos kam, wurde gegenüber „Jäger des verlorenen Schatzes“ nicht ganz so aufwändig restauriert. Aber es gibt keinen Grund zur Klage, denn offenbar war die Masterversion gut genug für das HD-Format. Und so erstrahlt „Tempel des Todes“ im wahrsten Sinne des Wortes. Das marginale Bildrauschen fällt nicht ins Gewicht, subjektiv betrachtet ist der Film kontrastreicher und farbintensiver als der Vorläufer. Der Ton liegt in DTS-HD Master Audio 5.1 (Englisch) bzw. Dolby Digital 5.1 (Deutsch) vor und stellt in beiden Varianten absolut zufrieden.

Indiana Jones und der letzte Kreuzzug (1989)

Herrlich: Sean Connery. (Foto: Paramount)

Herrlich: Sean Connery. (Foto: Paramount)

Für viele Filmliebhaber ist der dritte Teil das Highlight der Reihe, was sicherlich an Sean Connery als schrulligen Vater von Indy liegen dürfte. Gemeinsam erleben sie nach wie vor höchst amüsante Gefahren in Amerika, Asien und vor allem in Nazi-Deutschland. Das packende Finale mit dem Finden des heiligen Grals wird Zuschauern wohl für ewig im Gedächtnis bleiben.

Ähnlich wie „Tempel des Todes“ ist die Bildqualität auf einem hohen Niveau, auch wenn das Rauschen des Bildes bei ein paar Einstellungen (Verfolgungsjagd) deutlich erkennbar ist. Wieder erhält man den Ton in Dolby Digital 5.1 (Deutsch) und DTS-HD Master Audio 5.1 (Englisch) und dürfte damit mehr als glücklich stimmen. Wohl aufgrund der Tatsache, dass „Der letzte Kreuzzug“ der jüngste Teil der ursprünglichen Trilogie ist, ist er technisch am besten gelungen.

Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels (2008)

Der wohl schwächste Teil. (Foto: Paramount)

Der wohl schwächste Teil. (Foto: Paramount)

Steven Spielberg und George Lucas wollten es 2008 noch einmal wissen und servieren eine Fortsetzung, die Fans zu Recht enttäuschte. Die Nazis sind längst in Vergessenheit geraten, wir schreiben das Jahr 1957. Der gealterte Indy begibt sich mit Mutt (Shia LaBeouf) auf eine gefährliche Reise, bei der sie den Kristallschädel von Akator suchen. Dieses Mal sind es die bösen Russen, die ihnen das Leben erschweren. Oben drauf gibt’s …. na, das sei an dieser Stelle nicht verraten. Es bleibt aber bei einer enttäuschenden und sehr banalen Geschichte, die Indiana Jones nicht verdient hat. LaBeouf macht sich leider lächerlich, die Liebesgeschichte ist dank der hysterischen  Karen Allen anstrengend. Schade, schade.

„Königreich des Kristallschädels“ ist der einzige Film der Serie, der bereits auf Blu-ray erhältlich war. Da das Werk aus dem Jahr 2008 stammt, ist das Bild auf der Höhe der Zeit, der Ton  sowieso. Er beeindruckt sowohl in DTS-HD 5.1 Master Audio (Englisch) als auch in Dolby Digital 5.1 (Deutsch) gleichermaßen, allgemein spielt der Abschluss der Quadrologie qualitativ in einer gänzlich anderen Liga – logischerweise. Gegenüber der ursprünglich veröffentlichten Blu-ray-Fassung hat sich nichts getan. Was auch?

Die Boni

„Indiana Jones: The Complete Adventures“ wurde liebevoll in eine schöne Pappbox mit gemalten Artworks verpackt. Die Schachtel macht sich wunderbar in der Sammlung eines jeden Indy-Fans. Störend ist höchstens der Plastikaufkleber mit den Beschreibungen auf der Rückseite. Dieser lässt sich jedoch entfernen. Abseits der äußeren Fassade ist die Bonus-Blu-ray in jedem Fall sehenswert – vor allem natürlich für Anhänger. Rund sieben Stunden an ergänzenden Inhalten werden hier serviert, erwähnenswert ist das ausführliche „Hinter den Kulissen“-Video zu „Jäger des verlorenen Schatzes“. Man sollte nicht vergessen, wie alt der Film ist. Die Macher dürften wohl tief in den Archiven gewühlt haben. Informativ sind auch die vier Making-Ofs zu allen Episoden sowie die obligatorischen Interviews. Das wird alles optisch ansprechend, aber nicht immer in guter visueller Qualität präsentiert. Alles in allem stellen die Boni einen prächtigen Mehrwert für die Collection dar.

Vielleicht wäre hier und da noch etwas mehr bei der Restaurierung der ersten drei Episoden möglich gewesen, aber das ist die typische Nörgelei auf hohem Niveau. Objektiv betrachtet ist diese Collection ein Vergnügen für Fans, die die Klassiker endlich in HD erleben wollen. Unverändert bereiten die Indy-Filme sehr viel Spaß, zusätzlich gibt’s reichlich Bonusmaterial und eine weitgehend tolle Akustik. Was also gegen den Kauf spricht? Nichts. Wobei – wenn man Indy bzw. Harrison Ford in seiner Paraderolle nicht mag? Nur solche Menschen kann es doch gar nicht geben…

“Indiana Jones: The Complete Adventures” von Paramount Pictures ist ab dem 27. September 2012 auf Blu-ray erhältlich.

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