Subwoofer-Killer
Redline: Das radikalste Rennen des Universums

Einer unserer Anime-Tipps hat es tatsächlich auf den deutschen Markt geschafft. Und dabei wäre das futuristische Autorennen „Redline“ einer der unwahrscheinlichsten Kandidaten gewesen. Umso mehr freut es uns, dass gerade dieser Titel hierzulande veröffentlicht wurde.


Wenn man sich das Resümee von Regisseur Takeshi Koike so ansieht, dann hat der Herr in seiner noch relativ kurzen Vita an einigen großen Projekten mitgearbeitet. Unter anderem zeichnet er sich für den Kurzfilm „World Record“ in der Anime-Sammlung „Animatrix“ verantwortlich und durfte die Pilotfolge von „Afro Samurai“ erschaffen. Mit „Redline“ hat der Japaner 2009 seinen ersten abendfüllenden Film erschaffen, der fast sieben Jahre brauchte, um vervollständigt zur werden. Was daran so lange gedauert hat? Ganz einfach der Kniff, der „Redline“ wie aus einem Guss erscheinen lässt.

Alles für die Unsterblichkeit

Die Story von „Redline“ ist relativ simpel: Eine Gruppe intergalaktischer Rennfahrer stellt sich auf dem Planeten Roboworld dem härtesten alles Rennen stellen. Dafür ist der Preis unschlagbar: Wer Redline gewinnt, dem liegt das Universum zu Füßen und ihm wird jeder Wunsch erfüllt. Und das ist auch das, was es zu sehen gibt: Rund 60 der insgesamt 90 Minuten Spielzeit wird damit verbracht, verschiedene Rennen darzustellen. Dazwischen darf sich der vom Schicksal gebeutelte Sweet JP mit seiner Konkurrentin Sonoshee anfreunden und mit seinem Kumpel Frisbee über die beste Taktik für den anstehenden Kampf auf der schwersten Strecke der Galaxis diskutieren, der Fokus des Films liegt aber klar auf den Sequenzen in den abgefahrenen Space-Karren. Diese sind, genau wie ihre jeweiligen Besitzer, sehr individuell gestaltet worden und sofort wiedererkennbar. Das kommt dem Film sehr zu Gute, denn spätestens wenn sich die ersten Karren im Nahkampf versuchen, sich gegenseitig auszuschalten, könnte ansonsten der Überblick schnell flöten gehen.

Alles von Hand

„Redline“ ist, wenn es um die Geschichte geht, ziemlich gradlinig, wird aber durch seine grandiose Technik und einmaligen Stil zum Augenschmaus. Die Rennen sind aufregend, die Animation hervorragend und der Sound bringt Subwoofer ins Schwitzen. „Redline“ ist allein deshalb schon einen Blick wert, weil das Team sich bei der Produktion kategorisch gegen den Einsatz von Computertechnik geweigert hat. Eine Seltenheit in Zeiten, in denen der PC als Unterstützung bei besonders aufwändigen Szenen angesehen wird und der komplett gerenderte Animationsfilm á la Pixar den klassischen Trickfilm mittlerweile fast vollständig verdrängt hat. Nur zur Info: Im Falle von „Redline“ ist so ziemlich jede zweite Szene ein aufwändiges Spektakel. Das wirklich Spektakuläre daran ist aber, dass man dem Film die fehlende Tricktechnik einer Rendersoftware weder ansieht, noch sie vermisst. Qualitativ wirkt der Film natürlich am besten auf Blu-ray, aber auch auf DVD kommt dieser alternative und äußerst unterhaltsame Trickfilm hervorragend rüber.

„Redline“ ist  auf DVD und Blu-ray erhältlich.

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