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Das 1x1 der Tricktechnik Marvel’s The Avengers: Ein Blick hinter die Kulissen
von Matthias Lanwehr am 9. September 2012
Kurz vor dem Verkaufsstart von Joss Whedons Mega-Blockbuster „The Avengers“ werfen wir einen näheren Blick auf die Entstehung der finalen Schlacht im Film und die Wiedergeburt eines grünen Kolosses.
200 Explosionen, 500 Kilo Sprengstoff
„Als wir unseren Plan den Behörden von Cleveland präsentierten“, sagt der Produzent, „brachten wir ein tricktechnisch bearbeitetes Foto mit, das die geplante Verwüstung zeigte. Die kollektive Reaktion im Raum war Stille. Und dann nur ein Wort: ,Wow‘. Doch wir führten die Verantwortlichen Schritt für Schritt durch unseren Plan und erklärten genau, wie wir Straßen und Fassaden schützen würden. Sie waren vom ersten Tag an sehr kooperativ.“ Zunächst hatte Produktionsdesigner James Chinlund alle Hände voll damit zu tun, Cleveland mit präzisem Set Dressing in eine exakte Replik von Manhattans 42nd Street zu verwandeln. Für Wochen waren die langwierigen Umbauten Stadtgespräch und zogen Tausende von Schaulustigen an. „Wir wollten so wenig Spezialeffekte wie möglich einsetzen“, beschreibt Produzent Kevin Feige, „weil reale Gebäude, Autos oder andere greifbare Elemente für ein Set immer besser sind. Es ist unsere Philosophie bei Marvel, dass im Idealfall hundert Prozent auf der Leinwand echt sind und alles danach ein unvermeidlicher Kompromiss ist. Und jede Verbindung von physischen und digitalen Effekten muss nahtlos sein.“ Für den Dreh der außerirdischen Attacke auf New York und die Avengers bereiteten Special Effects Supervisor Dan Sudick und sein Team eine präzise wie beispiellose Dramaturgie an Pyrotechnik vor. Entlang der Straße gehen 28 Explosionen hoch, bei denen allein 50 Autos zerstört oder durch Druckwellen in die Luft getragen wurden – Fachkräfte differenzieren fein zwischen „canon cars“, „flipper cars“ und „pyro cars“. „Dan Sudick ist unser Goldstandard für Spezialeffekte“, sagt James Chinlund, „und hat seit ,Iron Man‘ immer für ebenso spektakuläre wie absolut sichere Sequenzen gesorgt.“ Gedreht wurde die Mutter aller Avengers-Schlachten am Montag, den 15. August nahezu reibungslos. Und obwohl Cleveland tatsächlicher Schauplatz war, fiel das Ergebnis so real aus, dass die „New York Post“ anderntags mit einem Foto und der Headline „Rette uns, Thor!“, titelte. „Es war ein ziemlich aufregender Tag“, sagt Joss Whedon, „mit 15 Kameras und unzähligen Explosionen. Wirklich eine Orgie der Destruktion. Normalerweise mache ich so etwas nicht, aber durch die Avengers-Charaktere haben wir auch viel Menschlichkeit ins Herz des Chaos tragen können. Es ist also nicht alles Spektakel – aber mein Gott, was für ein Spektakel dieser Tag doch war!“ So entstand der grüne Koloss
„Wir wollten einen Hulk schaffen, wie es ihn noch nie gegeben hat“, formuliert Joss Whedon, „und ließen Mark Ruffalo erstmals beide Seiten der Figur spielen. Möglich ist das erst seit der Entwicklung der Motion Capture Technologie. Während sich also Bruce Banner und der Hulk bisher weder in den Comics noch in den Verfilmungen ähnelten, fließt bei uns auch Ruffalos Performance in die Figur ein. Etwa die Struktur der Gesichtsknochen, die Konturen der Augen und des Mundes. Wir wollten bei der Verwandlung die bisherige Lücke zwischen Real- und CGI-Charakter schließen. Stattdessen werden die Leute angesichts des Hulk sagen: ,Oh Gott, das ist Bruce Banner – er ist nur sehr grün und sehr wütend.“
„Es gibt eine Million Abläufe in Marks Performance“, sagt Regisseur Joss Whedon, „durch die der CGI-Hulk beeinflusst ist, doch am Ende des Tages sollte sich die Figur vor allem wie ein Wesen aus Fleisch und Blut anfühlen, wenn auch mit deutlich mehr dramatischer Ausdruckskraft als ein normaler Mensch.“ „Es war interessant zu sehen“, so Ruffalo, „wie nah meine Arbeit als Hulk nachher an den Traditionen des Theaters lag. Es ist die älteste Form der Schauspielerei, auf eine leere Bühne zu gehen und die eigene Vorstellungskraft zu bemühen, um das Publikum damit in den Bann zu ziehen. Im Fall von „The Avengers“ war diese Bühne ein Warenhaus mit Tonnen von Kameras und ILM-Leuten, die mich in einen Motion-Capture-Anzug steckten.“ Ruffalo fährt fort: „Dazu sieht man sich selbst auf einem Monitor – bereits umgewandelt als Hulk, der dir zurück ins Gesicht schaut und jede deiner Bewegungen macht. Auf diese Art die Figur zu entwickeln war bemerkenswert, ein zugleich traditioneller und hochmoderner Prozess.“ „Marvel’s The Avengers“ erscheint am 13. September auf DVD, Blu-ray und 3D Blu-ray im Verleih von Walt Disney Home Entertainment. Ähnliche Artikel Da bekommt die Bezeichnung „Blockbuster“ eine völlig… Ein Film, der auf einem nicht existierenden Computerspiel… Manchmal gruselig, gelegentlich kitschig, aber immer… Walter White macht keine halben Sachen, trotzdem passiert… |