Marvel’s The Avengers: Superhelden im Wohnzimmer

„Marvel’s The Avengers“ ist das bisher waghalsigsten Mammutprojekte der Comic- und Filmwelt. Fast schon beiläufig hat sich das Actionspektakel mal eben so auf den dritten Platz der erfolgreichsten Filme aller Zeiten eingenistet und will schon bald das Wohnzimmer von Comicfans stürmen.


„The Avengers“ brauchte allein fünf Filme, um die Vorgeschichte der Hauptfiguren zu erzählen und trommelt das Team um Captain America jetzt mit satten 135 Minuten zusammen. Der bereits aus den versteckten Szenen bekannte Nick Fury (Samuel Jackson) muss sich früher als geplant mit der Frage beschäftigen, was man gegen ein beinahe übermächtiges Wesen die Erde angreift. Am Ende von „Thor“ konnte Furys Geheimorganisation S.H.I.E.L.D. den Tesseract, auch bekannt als Kosmischer Würfel, sicherstellen. Da es sich bei der kleinen Box um eine Quelle endloser Energie handelt, ist es kein Wunder, dass bei der Erforschung des Tesseracts etwas schiefgeht.

Avengers Assembled

Nick Fury und Professor Selvig (Stellan Skarsgard) sind live dabei als sich ein Portal zu einem anderen Ort der Galaxis öffnet und plötzlich „Thor“-Gott Loki (Tom Hidleston) vor ihnen steht. Dieser hat seinen Auftritt gut geplant und übernimmt mit einem magischen Zepter das halbe Laborpersonal, zu denen auch Agent Clint „Hawkeye“ Barton (Jeremy Renner) gehört. Lange Rede, kurzer Sinn: Bis auf Black Widow (Scarlett Johansson) gibt es niemanden mehr bei S.H.I.E.L.D., der sich als Agent für besonders heikle Fälle eignen würde. Doch die Organisation hätte sich nie an die Spitze vorarbeiten können, wenn es nicht einen Plan B gäbe: Prompt werden Iron Man (Robert Downey Jr.), Captain America (Chris Evans) und David Banner (Mark Ruffalo), der Wissenschaftler mit dem grünen Geheimnis, rekrutiert. Die Egos der Jungs vertragen sich aber alles andere als gut miteinander – und dann wäre da noch Lokis Bruder Thor (Chris Hemsworth), der auf seine ganz eigene Weise versucht, den Tesseract nach Asgard zu bringen.

Von Fans für Fans

Christopher Nolan hat mit seiner Version von „Batman“ den Grundstein für realistische DC-Superhelden gelegt, Regisseur Joss Wheadon drückt dem Marvel-Universum nun einen entgegengesetzten Stil auf und versucht zum Glück nicht, Nolan zu kopieren. Wheadon kennt sich dank seiner vorherigen Arbeiten an z.B. „Buffy – Im Bann der Dämonen“, „Angel“ und „Firefly“ mit Gruppen von Personen aus, die wie eine dysfunktionale Familie zusammenarbeiten müssen. Und dieses Wissen setzt er in „The Avengers“ einfach meisterhaft ein. Sämtliche Befürchtungen, dass in dem riesigen Haufen an prominenten Gesichtern der persönliche Lieblingsheld untergehen könnte, sind unbegründet. Jede Figur hat mindestens einen großen Moment und ist ein dreidimensionaler Charakter. Die Geschichte fließt in den gesamten zwei Stunden in einem hervorragenden Tempo, in dem einfach kein Platz für Langeweile ist. Dabei demonstriert Wheadon, dass er sich mit der Comicvorlage hervorragend auskennt und bleibt den Wurzeln der Rächer treu. „The Avengers“ eine Verfilmung, die auf ganz großer Actionmomenten aufbaut, dabei ihre Charaktere nicht zu kurz kommen lässt und es sogar schafft, Bruce Banner bzw. Hulk mehr Facetten abzugewinnen, als es in jeder vorherigen Filmversion der Fall war. Die einzigen beiden Kritikpunkte sind, dass die Armee, mit der Loki gegen die Menschheit antritt, farblos bleibt und es keine Metaebene á la „The Dark Knight“ zu analysieren gibt. Doch das bremst die Qualität dieser fantastischen Umsetzung in keinster Weise. „The Avengers“ ist cleveres Actionkino und eine Liebeserklärung an die Welt der Superhelden, die bei langjährigen Fans der Comics Freudentränen auslöst. Und gerade die kommen um die Steelbook Edition des Films auf Blu-Ray gar nicht herum, denn neben der zweidimensionalen Version und der Fassung in 3D beinhaltet die Box eine Bonusdisk mit mehreren Making of-Filmchen, die in keiner anderen deutschen Version enthalten ist.

„Marvel’s The Avengers“ erscheint am 13. September auf DVD, Blu-ray und 3D Blu-ray im Verleih von Walt Disney Home Entertainment.

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