Play it safe
Total Recall: Keine Chance ohne Arnie?

„Total Recall“ startet mit folgendem Vorsatz: Wir machen ein Remake und schmeißen erst einmal alles über Bord, was die erste Verfilmung ausgemacht hat.


Heißt: Kein Schwarzenegger, Sharon Stones und Michael Ironsides Rollen wurden zu einem Charakter verschmolzen und es gibt keine Flucht auf den Mars. Das fängt ja gut an…

Auf dem Mars müsste man sein

Machen wir uns nichts vor, die Kurzgeschichte des revolutionären Science Fiction-Autors Philip K. Dick, auf dem beide Drehbücher angeblich beruhen, findet sich nur noch im Titel wieder. Stattdessen steigen wir mit bekanntem Setting ein: In der Zukunft ist die Erde durch Kriege unbewohnbar geworden, nur die United Federation of Britain und eine Kolonie, die früher als Australien bekannt war, sind noch bewohnbar. Während in Europa der Lebensstandard hoch und der Wohnraum knapp ist, schuften die Kolonie-Bewohner für niedrige Löhne in den Fabriken von England. Verbunden sind die beiden Lebensräume durch einen gigantischen Fahrstuhl, der mitten durch die Erde geht. Douglas Quaid (Colin Farrell) gehört zu Letzteren, will aber in seinem Leben etwas anderes sehen als die tägliche Minenlandschaft. Die Firma Rekall kommt da wie gerufen, denn sie ist auf Gedächtnisimplantate spezialisiert und könnte Quaid eine Erinnerung an ein persönliches Abenteuer einpflanzen. Doch der Trip geht nach hinten los als sich plötzlich versteckte Erinnerungen in Quaids Gehirn zurück melden und er plötzlich vor einem Haufen Söldner und sogar seiner eigenen Frau (Kate Beckinsale) gejagt wird…

Totally Forgettable

Was sich hier noch nach einem interessanten Anfang anhört stellt sich schnell als unglaublich austauschbar und einfallslos heraus. Die Special Effects sehen gut aus, doch das taten sie auch bei „Prometheus“. Die Frage nach dem echten Douglas Quaid spielt eigentlich keine Rolle, zum Mitdenken wird nicht viel geboten. DSas geht für einen Actionfilm auch in Ordnung, aber hier liegt die größte Schwäche des Films. Regisseur Len Wiseman schafft es einfach nicht, die Bedrohung der Hauptfiguren zu vermitteln. Der Held kämpft zwar, doch alles bleibt irgendwie völlig egal. Das Schwarzenegger-Original von 1990 reichte da vollkommen aus, selbst die Nebencharaktere hatten eine Persönlichkeit und erzielten so ein Mitfiebern auf emotionalem Level. Dazu kommt, dass die Neuauflage mit einer geringeren Altersfreigabe mehr Zuschauer anlocken soll und somit der trashige Splatter der 90er fehlt. Das Beste an „Total Recall“ von 2012 ist der wie immer hervorragende Bryan Cranston als fieser Firmenchef. Und für wen auch immer es wichtig ist: Ja, die Prostituierte mit den drei Brüsten ist wieder mit dabei.

Das Remake von “Total Recall” startet am 23. August in den Kinos.

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