Effektfeuerwerk jetzt auf Blu-ray und DVD
Zorn der Titanen: Antiker Quatsch

Sam Worthington mit einer furchtbar hässlichen Frisur, eine grenzdebile Geschichte und…..grandiose Effekte. „Zorn der Titanen“ bleibt trotz eines neuen Regisseurs seinem Vorgänger-Reboot treu. Jetzt auf Blu-ray und DVD.

Sam haut zu. (Foto: Warner Bros.)

Sam haut zu. (Foto: Warner Bros.)

Nachdem Halbgott Perseus (Sam Worthington) in „Kampf der Titanen“ einen monströsen Kraken bezwang und somit die Menschen sowie Götter vor dem Ende bewahrte, darf er nun widerwillig wieder loslegen. Denn Papi Zeus (Liam Neeson) braucht seine Hilfe. Hades (Ralph Fiennes) und Zeus’ anderer Sohn Ares (Edgar Ramírez) wollen Kronos wieder zum Leben erwecken. Der Titan könnte auch aufgrund des Machtverlustes der griechischen Götter die gesamte Welt vernichten. Perseus muss sich nun auf die Reise mit der Kriegerkönigin Andromeda (Rosamund Pike) und Poseidons Sohn Argenor (Toby Kebbell) machen, um magische Waffen zu sammeln und Kronos den Garaus zu machen. Vielleicht ist es auch für Zeus’ Rettung nicht zu spät? Wer weiß….?

Antiker Mumpitz

Wie BÖSE ist Hades wirklich? (Foto: Warner Bros.)

Wie BÖSE ist Hades wirklich? (Foto: Warner Bros.)

Wie schon „Kampf der Titanen“, das Remake des gleichnamigen Klassikers, setzt „Zorn der Titanen“ nicht gerade auf Anspruch. Da werden die griechischen Legenden, Götter und wichtigen Persönlichkeiten wild zusammen gemixt, um letztlich eines zu erschaffen: Popcorn-Kino. Die Geschichte ist unglaublich dämlich, aber der neue Regisseur Jonathan Liebesman („World Invasion: Battle L.A.) weiß genau, was sich der Zuschauer zu wünschen scheint: Ein Effekt-Gewitter der Extraklasse. Spektakulär inszenierte Schlachten, fantasievolle Schauplätze, riesige Monster. Schade, dass man von Kronos nicht ganz so viel zu Gesicht bekommt und die Anzahl der Gegner etwas gering gehalten wurde – vielleicht, um Geld zu sparen? Sei’s drum: Bezogen auf die Action gibt sich „Zorn der Titanen“ keine Blöße und legt gegenüber dem Vorgänger sogar noch eine ganze Schippe zu. Für Unterhaltung ist also gesorgt – wenn die eigenen Ansprüche sehr niedrig angesetzt sind.

Denn mal ehrlich: Was haben sich die Drehbuchautoren hier gedacht? Ständig bekommt Worthington „aufs Maul“, um am Schluss ….? Es ist zugegeben mehr als lästig, ihn ständig beim Verlieren zuschauen zu müssen. Dazu gesellen sich zahlreiche Längen, beispielsweise wenn Perseus und seine Freunde eine von Hephaestus (Bill Nighy) erbaute Maschine durchqueren müssen. Das Herumlaufen durch billig anmutende Gänge aus der Studio-Retorte ist nur langweilig. Davon ab harmonieren die wenigsten Charaktere miteinander. Sam Worthington nimmt man zu keiner Zeit Emotionen ab – und der soll auch noch mit der hübschen Rosamund Pike zusammen kommen? Bei der Frisur? Übrigens: Andromeda wurde in „Kampf der Titanen“ noch von Alexa Davalos gespielt. Sie wurde einfach ersetzt? Das ist etwas befremdlich.

Doch genug: Möchte man nur fulminante Zerstreuung erleben, dann ist „Zorn der Titanen“ im wahrsten Sinne des Wortes „Eye Candy“. Manches wirkt vielleicht dezent albern, aber gerade die Kämpfe sorgen für Spannung und gute Laune. Hätte Sam Worthington nicht diese grässlichen Locken, sondern eine Glatze – es hätte fast eine Verfilmung der Videospiel-Reihe „God of War“ sein können. Der jüngeren Zielgruppe dürfte das sehr zusagen, wer ein tiefschürfendes Epos basierend auf der griechischen Mythologie erwartet, liegt hier zum wiederholten Male völlig falsch.

Auf Blu-ray

Die Standard-Ausgabe von „Zorn der Titanen“ (2D-Version) geizt sehr mit Bonusmaterial. Das statische Menü ist lieblos, einzig ein paar entfernte Szenen sind der Rede wert. Die Storyboard-Vergleiche und die Bild-in-Bild-Funktionen sind ganz nett, aber machen nur dann Sinn, möchte man sich den Film ein zweites Mal anschauen. Nur dafür gibt es eigentlich keinen Grund, genügt doch ein Mal vollkommen aus.

Woran man wiederum nichts aussetzen kann, das ist die technische Qualität. Ein nahezu perfektes Bild mit sensationellen Kontrasten und tollen Farben verwöhnen die Augen, dazu gibt es wuchtige Sounds, obwohl die Tonspuren (Deutsch, Spanisch, Italienisch) „nur“ in Dolby Digital 5.1 vorliegen. In Englisch erhält man dezent satteres DTS-HD Master Audio.

„Zorn der Titanen“ ist Mumpitz in Reinkultur. Bescheuerte Story, trotz Staraufkommen mit Ausnahme von Rosamund Pike, Bill Nighy und Toby Kebbell durchschnittliche schauspielerische Leistungen und etliche Längen zeigen: Hier stimmt vor allem das Drehbuch nicht. Wer dagegen aufgrund der Effekthascherei Spaß mit „Kampf der Titanen“ hatte, wird beim Sequel gut unterhalten. Es ist also Action-Kino für Fans und all diejenigen, denen opulente Action wichtiger ist als Anspruch. Für die gibt’s auch eine Kaufempfehlung.

“Zorn der Titanen” von Warner Bros. ist ab dem 3. August 2012 auf Blu-ray und DVD erhältlich.

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