|
Psychothriller jetzt auf Blu-ray und DVD Meeting Evil: Wenn das Böse anklopft
von Sven Wernicke am 3. August 2012
Bemerkt man, wenn das Böse an der Tür klingelt? Im Fall von „Meeting Evil“ erkennt Luke Wilson das Grauen nicht sofort. Welche Konsequenzen das hat? Das erfährt man jetzt auf Blu-ray und DVD. John (Luke Wilson) hat es nicht leicht. Der Immobilienmakler kämpft mit der Wirtschaftskrise, seine Erfolglosigkeit führt zur Kündigung seines Jobs. Das eigenes Haus steht auf dem Spiel, die Familie weiß davon noch nichts. Er ist verzweifelt, tieftraurig und versteht nicht, wie das alles passieren konnte. Er war doch immer der nette, faire Kerl. Plötzlich steht Richie (Samuel L. Jackson) vor der Tür. Er bittet um Hilfe, denn sein Auto sei liegen geblieben. Freundlich, wie John trotz seiner Lage ist, bietet er seine Dienste an. Und das hat Folgen. Richie „entführt“ den Familienvater, der ihn fortan zu begleiten hat. Schnell entpuppt sich der Fremde als gruseliger Psychopath, der etwas von John möchte. Was genau? Und steckt hier womöglich auch noch Johns Frau Joanie (Leslie Bibb) dahinter…? Starker Samuel „Meeting Evil“ erzählt eine konservativ gestrickte Odyssee durch die US-amerikanische Pampa. Stilistisch erinnert der Thriller ein wenig an „Kalifornia“ (1993), nur dieses Mal stehen zwei Personen im Vordergrund: Luke Wilson als gebeutelter Antiheld und Samuel L. Jackson als intelligenter, aber total kranker Massenmörder. Gerade Jackson mag zwar im Verlauf dezent mit seinen pseudo-philosophischen Sprüchen anstrengen, er beweist aber eindrucksvoll, dass er hervorragend schauspielern kann, wenn ihm die Möglichkeit geboten wird. Er passt perfekt in die Rolle des durchgeknallten Antagonisten, der der Auffassung ist, Gutes zu tun. Leider war Drehbuchautor und Regisseur Chris Fisher nicht in der Lage, die an sich doch sehr dünne Geschichte interessanter zu gestalten. Letztlich dreht es sich zu sehr um altbekannte Elemente, der Verlauf ist nicht komplex und vorhersehbar. Immerhin kann er mit der Auflösung zum Ende positiv überraschen, nicht aber mit den Ereignissen im Verlauf. Viele Charaktere bleiben zudem auf der Strecke, beispielsweise das Ermittler-Duo oder das Hunde-ausführende Kind am Straßenrand. Was fehlt, das ist letztlich etwas der Tiefgang, die Ausgestaltung der Motive der Akteure und vor allem die feinere Ausarbeitung von Johns Wandel. Trotzdem: In den knapp 90 Minuten unterhält „Meeting Evil“ auf einem soliden Niveau. Für Spannung sorgen fiese Situationen, sicher auch die ordentliche Portion Gewalt und die sehr guten schauspielerischen Leistungen. Erwähnenswert ist in jedem Fall Leslie Bibb, die keineswegs das blonde Püppchen ist, das sie zu Beginn darstellt. Auf Blu-ray
„Meeting Evil“ zeigt in erster Linie einen tollen Samuel L. Jackson als richtig gemeinen Kerl. Alleine das macht den Film für Fans des fleißigen Schauspielers sehenswert. Auch diejenigen, die Psycho-Thrillern etwas abgewinnen können, kommen auf ihre Kosten. Dennoch bleibt am Ende ein Beigeschmack: Es fehlt „Meeting Evil“ schlicht an kreativen Elementen und intelligenteren Dialogen. Der Mangel an Substanz in Kombination mit ein paar Längen lässt den Unterhaltungswert sinken – leider. Dennoch ist der Film ein ordentlicher Thriller, der durch die Schauspieler und das Finale punkten kann. “Meeting Evil” von Sony Pictures ist ab dem 26. Juli 2012 auf Blu-ray und DVD erhältlich. Ähnliche Artikel Ein Film, der auf einem nicht existierenden Computerspiel… Manchmal gruselig, gelegentlich kitschig, aber immer… Walter White macht keine halben Sachen, trotzdem passiert… Die Zahl von miesen Videospiel-Adaptionen ist ziemlich… |