Der definitive Samurai-Anime
Kenshin – Trust & Betrayal: Nach 13 Jahren endlich in Deutschland

Wenn es um eine Liste von epischen Samurai-Dramen geht, dann stehen die Klassiker von Akira Kurosawa an vorderster Stelle. Der Einfluss des Regisseurs ist auch heute noch im modernen Kino Japans spürbar, was besonders auf Animes zutrifft.


So wurde „Die sieben Samurai“ vor einigen Jahren in animierten und neu interpretierten Fassung namens „Samurai 7“ ausgestrahlt, „Shigurui“ ging tief in die Psyche unterschiedlicher Kämpfer und ein gewisser Hitokiri Batossai tötete ohne Gnade. Letzterer nahm einen Decknamen an und wurde nach der Meiji-Rastauration im 19. Jahrhundert zur Hauptfigur in Nobuhiro Watsukis Manga „Rurouni Kenshin“.

Im Herz der Dunkelheit

Die 95 Folgen der auf dem Manga basierenden Fernsehserie brachte neben dramatischen Momenten und actionreichen Schwertkämpfen auch jede Menge Humor in Kenshins Leben. In der ersten von zwei OVAs fehlt dieser aber vollkommen. Die Vorgeschichte zu Kenshins charakteristischer Narbe und seiner Zeit als tödlichster Attentäter Japans ist so düster, dass es an ein Wunder grenzt, dass sie überhaupt umgesetzt wurde.

Als kleiner Junge muss Shinta mit ansehen, wie seine Familie und Freunde äußerst brutal von Banditen umgebracht werden. Er überlebt nur, weil ein vorbeiziehender Schwertmeister ihn rettet und als seinen Schüler aufnimmt. Nach Jahren des Trainings verlässt Shinta seinen Meister Seijuro im Streit und schließt sich einem Clan an, für den er als Attentäter eingesetzt wird. Bei einem Auftrag tötet er neben seiner Zielperson auch dessen jungen Leibwächter, der es vor seinem Tod schafft, Kenshin den ersten Schnitt seiner x-förmigen Narbe zuzufügen. Der Mord wird von Tomoe, der Verlobten des Bodyguards, beobachtet. Da sich in Shintas Clan ein Verräter zu verstecken scheint, werden er und Tomoe dazu gezwungen, aufs Land zu fliehen und dort wie ein Ehepaar zu leben. Doch auch wenn sich die beiden langsam einander annähern, so steht mehr zwischen ihnen als der Tod von Tomoes zukünftigen Ehemanns…

Ein überarbeiteter Klassiker

„Trust & Betrayal“ ist bereits 1999 in Japan erschienen, hat aber nichts von seiner Faszination eingebüßt. Die Animationen wirken an einigen Stellen ihrem Alter entsprechend, doch besonders die Kampfszenen haben eine atemberaubend brutale Choreographie. Die Geschichte selbst strotzt vor symbolischen Momenten, die Aufschluss über die wahren Gefühle der Hauptfiguren geben und obwohl die vier Folgen á 30 Minuten eigentlich als Zusatzmaterial für Fans gedacht waren, funktionieren sie hervorragend als eigenständiger Film. Leute mit nervösem Magen seien aber vorgewarnt, denn in „Trust & Betrayal“ gibt es eine Menge Blut und Brutalität zu sehen, die an die härtesten Szenen von „Berserk“ heranreichen. Abschrecken soll dies aber keinesfalls, denn „Kenshin: Trust & Betrayal“ ist ein meisterhaft produzierter Anime, der seinen Kultstatus zu Recht inne hat. Besonders Anhänger von epischen Samuraidramen kommen hier voll auf ihre Kosten.

„Kenshin: Trust & Betrayal“ erscheint am 27. Juli auf DVD und Blu-Ray.

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