|
Abenteuerfilm jetzt auf Blu-ray und DVD Black Gold: Der arabische Kampf ums Öl
von Sven Wernicke am 13. Juni 2012
Kaum vorstellbar, dass die Menschen auf der arabischen Halbinsel vor weniger als 100 Jahren fast wie im Mittelalter lebten. Der Wohlstand kam mit dem „Schwarzen Gold“. Doch das Ölvorkommen brachte auch Probleme mit. In „Black Gold“ erfahren Abenteurer mehr über die Hintergründe – auf dezent kitschige, aber spannende Art und Weise. Jetzt auf Blu-ray und DVD. In den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts schließen Nesib, Emir von Hobeika (Antonio Banderas), und Amar, Sultan von Salmaah, (Mark Strong) Frieden. Die beiden Herrscher über ihre Völker handeln aber ein schwieriges Geschäft aus: Amars beiden Söhne sollen von Nesib großgezogen werden, zugleich wird ein Gebiet zwischen beiden Ländern zum Niemandsland. Etliche Jahre später aber keimen die Streitereien wieder auf: Ein amerikanischer Konzern verspricht Nesib Reichtum, wenn dieser in besagtem Sperrgebiet nach Öl bohren darf. Das wiederum gefällt Amar überhaupt nicht. Und mitten drin sind seine beiden Söhne, darunter Prinz Auda (Tahar Rahim), der sich auch noch in Nesibs Tochter Leyla (Freida Pinto) verliebt hat. Was folgt, das sind viele zu überwindende Probleme, Gewalt und das große Ziel Audas, die Reiche der arabischen Halbinsel zu vereinen…
Liebe und Action
Regisseur-Urgestein Jean-Jacques Annaud („Der Name der Rose“) wagte sich an ein höchst interessantes Thema. Wie konnte der kostbare Rohstoff den Wohlstand nach Arabien bringen? Diese brisanten und noch recht unverbraucht wirkenden Hintergründe erzählt er in Form einer Liebesgeschichte, die allerdings recht kitschig und wenig glaubwürdig vermittelt wird. Gerade die Beziehung zwischen Leyla und Auda ist anstrengend, beide Figuren harmonieren kaum miteinander. Und aus dem immer spitzbübisch dreinschauenden Nesib wird vermutlich nicht einmal er selbst schlau. Meint er es nun gut oder nicht? Sowieso sind viele Auseinandersetzungen arg konstruiert und der Islam wird nur sehr rudimentär behandelt. Immerhin verzichtete Annaud glücklicherweise auf Klischees, die man aus modernen Hollywood-Werken kennt. Aber man muss auch betonen, dass „Black Gold“ spätestens nach dem ersten Drittel an Fahrt gewinnt. Sobald Auda versucht, das Reich zu einen, überschlagen sich die Ereignisse und wird durch fantastisch inszenierte Kämpfe Spannung erzeugt. Wenn Panzer durch die Wüste tuckern und Kamel-Reiter gegeneinander vorgehen, fesselt der Film ungemein. Und dann fallen auch die dezenten Ähnlichkeiten mit „Lawrence von Arabien“ auf. Trotz dramaturgischer Schwächen bleibt am Schluss ein zufriedenes Gefühl – und darauf kommt es schließlich an.
Auf Blu-ray
Bedauerlich ist es, dass es abgesehen von einem Making-Of keine weiteren Boni gibt. Dabei hätten sich die historischen Hintergründe sicherlich für weitere Featurette-Videos angeboten. „Black Gold“ ist ein angenehmer und gerade ab der zweiten Hälfte packender Abenteuerfilm mit einem reizvollen Thema. Dass es vor allem bei den zwischenmenschlichen Beziehungen hapert, ist jedoch bedauerlich. Auch Fans von Antonio Banderas werden von seiner Rolle mehr enttäuscht als zufrieden sein. Abseits dieser Aspekte weiß „Black Gold“ aufgrund der kriegerischen Darstellungen und dem Verlauf der Handlung zu gefallen – und zu unterhalten. „Lawrence von Arabien“-Liebhaber erhalten hier ein sehenswertes Erlebnis, das trotz der Schwächen keine Bauchschmerzen bereitet. Und das genügt für einen Kauftipp. “Black Gold” von Universal Pictures ist ab dem 14. Juni 2012 auf Blu-ray und DVD erhältlich. Ähnliche Artikel Ein Film, der auf einem nicht existierenden Computerspiel… Manchmal gruselig, gelegentlich kitschig, aber immer… Walter White macht keine halben Sachen, trotzdem passiert… Die Zahl von miesen Videospiel-Adaptionen ist ziemlich… |