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'Project X' im Kino Die freundliche Schere und das Maschinengewehr
von Peter Fuchs am 2. Mai 2012
Vorglühen im Kino? Im Geburtstagsparty-Film „Project X“ kriegt man Lust, mitzufeiern. Aber nur, weil man am Ende nicht aufräumen muss. Die „freundliche Schere“ und das „Maschinengewehr“ haben etwas gemeinsam. Beides sind Figuren, die der versierte Fingerfi**er beherrschen sollte. Dabei sollte er der Frau, die gerade von der „freundlichen Schere“ beglückt wird, immer sagen, wie schön sie ist. So stellt sich das JB (Jonathan Daniel Brown) vor. JB hat es selbst noch nicht ausprobiert, aber hofft, auf der Party zum 17. Geburtstag seines besten Freundes Thomas (Thomas Mann) erstmals den theoretischen Überlegungen einen Praxistext folgen zu lassen. Die Chancen stehen gut. Die Eltern von Thomas sind verreist und der Dritte um Bunde ist der Checker Costa (Oliver Cooper). Er organisiert für die Party im Haus von Thomas den DJ, eine Hüpfburg, jede Menge Poolspielzeug inklusive Tafeln mit der Aufschrift „Naked Girls only“. Die Eltern halten ihren Sohn Thomas für einen Loser und rechnen so mit 8 bis 10 Gästen. Costa verteilt Flyer in der Schule, inseriert auf einschlägigen Webportalen und klingelt bei den Nachbarn, um sie höflich auf die Party hinzuweisen. Davor besuchen die drei Jungs noch einen Drogendealer. Für Gras ist also auch gesorgt. Leider lässt Costa – bereits ziemlich in Partylaune – einen Gartenzwerg mitgehen. Das ist aber bloß der erste Zwerg, der Probleme bereitet. Der zweite ist ein wütender Kleinwüchsiger in echt, der in den Backofen gesperrt wird. Als er wieder rauskommt, haut er allen Gästen – mittlerweile mehrere hundert – kräftig in die Genitalien. Dazwischen kommt noch ein Flammenwerfer zur Anwendung und am Ende landen Thomas, JB und Costa in den TV-Nachrichten, während Hubschrauber über dem Haus kreisen. Kids, die an Abwesenheit der Eltern das Haus mit einer Party „umgestalten“, gehören seit dem Film „Lockere Geschäfte“ aus den Achtzigern zu einem eigenen Genre. Damals tanzte Tom Cruise in Unterhosen auf dem Sofa, bestellte sich Prostituierte nach Hause und versenkte Papas Porsche in einem See. Tom Cruise bekam in den Jahren der Reagan-Ära den ganzen Schaden noch mit der Ironie eines entfesselten Kapitalismus in den Griff. Obwohl die Ursachen damals wie heute gleich sind – Wunsch nach sozialer Akzeptanz und nach dem ersten Mal – steht Thomas im Jahr 2012 vor größeren Problemen. Gespannt erwartet man, ob ein Happy End möglich ist. Gedreht als Found-Footage-Mockumentary wirken die die ausschweifenden Partyszenen so fetzig, dass man den entfesselten Spaß nachvollziehen kann. Werden die Witzchen und Gags zwischendurch ein bisschen flacher, dann trägt der Soundtrack mit AMG, A-Trak und Dr. Dre & Snoop Dogg die Handlung weiter. Fette Party: „Project X“ Kinostart: 3. Mai 2012 Ähnliche Artikel Da bekommt die Bezeichnung „Blockbuster“ eine völlig… Ein Film, der auf einem nicht existierenden Computerspiel… Manchmal gruselig, gelegentlich kitschig, aber immer… |