Auf Blu-ray und DVD
Scorpion King 3 – Kampf um den Thron: Antiker Quatsch

„Scorpion King“ war schon kein Erfolg an den Kinokassen. Trotzdem folgten von dem „Die Mumie 2“-Ableger zwei weitere Episoden. Zwei? Richtig, denn jetzt gibt’s „Scorpion King 3: Kampf um den Thron“ auf Blu-ray und DVD. Aber Universal Pictures hätte die fünf Millionen Dollar Produktionskosten besser in irgendetwas anderes stecken sollen…

Noch schläft der Skorpion. Oder so. (Foto: Universal Pictures)

Noch schläft der Skorpion. Oder so. (Foto: Universal Pictures)

Trotz des Namens ist „Scorpion King 3“ eigentlich die direkte Fortsetzung von „Scorpion King“ mit Dwayne Johnson aus dem Jahr 2002, während „Scorpion King – Aufstieg eines Kriegers“ zeitlich vor den Ereignissen des ersten Teils angesiedelt ist. Wie auch immer:  Protagonist Mathayus, dieses Mal von Victor Webster verkörpert, erlebte, wie sein Königreich zerstört wurde. Nun versucht er sich als Söldner und trauert ein wenig der Vergangenheit hinterher. Die ist vergessen, als er vom ägyptischen König Horus (Ron Perlman) angeheuert wird. Der braucht dringend Unterstützung beim Kampf gegen das Böse in Form von Talus (Billy Zane). Dieser wiederum bedroht König Ramusan (Temuera Morrison) mit seiner Armee. Außerdem ist der Schurke emsig damit beschäftigt, übersinnliche Macht zu gewinnen. Nämlich mit dem mysteriösen Buch und einem magischen Amulett, das an der Tochter von Ramusans Tochter Silda (Krystal Vee) hängt. Damit Mathayus nicht alleine gegen eine Übermacht an Soldaten vorgehen muss, stellt ihm Horus den Teutonen Olaf (Bostin Christopher) zur Seite. Und schon kann das wilde Geprügel beginnen – :Ninjas gibt’s oben drauf.

Schmarn!

Billy Zane als lahmer Bösewicht. (Foto: Universal Pictures)

Billy Zane als lahmer Bösewicht. (Foto: Universal Pictures)

„Scorpion King 3“ mag zwar mit einiger Prominenz punkten, doch Ron Perlman und vor allem Billy Zane verkommen hier zu schlecht agierenden Statisten. Aber ist das ein Wunder? Das völlig konfuse Drehbuch wurde von Roel Reiné dilettantisch in Szene gesetzt. Merkwürdige, harte Schnitte zerstören unsinnigerweise quasi jede stimmungsvolle Szene, und die Darsteller spielen fast ausnahmslos schlecht. Völlig konfusl irren Mathayus und Olaf durch die Pampa, schlagen sich gegenseitig und allerlei Fiesling – um dann irgendein Ziel zu erreichen und gefeiert zu werden. Nebenbei sei betont, dass in „Scorpion King 3“ neben Ägyptern offenbar auch Römer und besagte Ninjas zu sehen wind – willkürlich wurden offenbar geschichtliche Hintergründe vermischt. Abgerundet wird der Mumpitz mit einer weitgehend grässlichen Choreographie. So manches Youtube-Video von Hobbyfilmern bietet schickere und vor allem spannendere Kämpfe als dieses Werk.

ABER! Ja, es gibt ein ABER! „Scorpion King 3“ ist nicht nur unfreiwillig komisch, sondern auch absichtlich. Es war eine gute Entscheidung, den Raufbold Olaf an die Seite des ziemlich blassen Mathayus zu stellen. Der Primitivling ist witzig und hebt somit den Unterhaltungsfaktor gehörig an. Sowieso sind es einige Stellen, bei denen man einfach schmunzeln muss. Hier sei das Porträt von Silda erwähnt.  Aber genau das ist der Punkt: Reiné wäre besser beraten gewesen, hätte er „Scorpion King 3“ mit mehr Spaß und Witz versehen, denn viel zu oft nimmst sich der Film zu ernst – und sorgt damit zwangsläufig für Kopfschütteln. Außerdem sind quasi alle Dialoge an Dämlichkeit kaum zu überbieten. Und da sind noch die unglaublich vielen Filmfehler, falschen Kameraeinstellungen und die miesen Auseinandersetzungen. Zu Recht stellt sich die Frage, wieso der Film eigentlich so teuer war. Denn Perlman und Zane können das Niveau definitiv nicht heben. Es hat eher den Anschein, als hätten beide ihr schauspielerisches Talent gar nicht erst mit zum Set gebracht.

Auf Blu-ray

Wenigstens stimmt die Qualität der Blu-ray. Das Bild stellt vollkommen zufrieden, offenbart dank HD-Auflösung aber viele Unzulänglichkeiten bei der Auswahl der Szenarien und den grässlichen Special-Effects. Die deutsche Synchronisation ist hinnehmbar, leider gehen hier weitere Scherze verloren. Folglich empfiehlt sich der originale Ton – wenn man sich schon „Scorpion King 3“ antun möchte. An Boni legten die Verantwortlichen einige gute Inhalte dazu, darunter ein paar unveröffentlichte Szenen, ein Gag Reel, ein Making-Of und ein Video über die Kämpfe. Der Audiokommentar mit Roel Reiné ist übrigens aufschlussreich: Er klingt so desinteressiert an seinem Film, dass man gut versteht, wieso „Scorpion King 3“ genau das ist, was er ist: schlecht.

Für wen ist „Scorpion King 3: Kampf um den Thron“ eine Empfehlung? Eigentlich wirklich nur für hartgesottene Actionfilm-Freunde, die die beiden Vorläufer abgöttisch lieben. Aber seien wir mal ehrlich: Viele dürften nicht in diese Kategorie passen. Ansonsten ist der Film höchstens eine echt trashige Unterhaltung für einen Filmabend, bei dem auch noch viel Alkohol fließt. Klingt vielleicht billig und klischeehaft – aber nur in einem benebelten Zustand kann man den Film ertragen und seinen Spaß haben.

“Scorpion King 3: Kampf um den Thron” von Universal Pictures ist ab dem 16. Februar 2012 auf Blu-ray und DVD erhältlich.

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