Die coolste Sau des Jahres
„Drive“: Der Tarantino-Film, der keiner ist

Wenn in den 80ern ein Actionfilm gedreht wurde, dann durften Männer noch echte Männer sein. In einer Zeit, in der Kinofilme Schönlinge in den Mittelpunkt stellen, die effizient und berechenbar ihre Feinde ausschalten, wünscht sich mancher die wirklich coolen Macker wieder zurück. Und nun hat das Warten hat ein Ende und besteht nur aus einem Wort: „Drive“.


Bereits im September letzten Jahres kam dieser ungewöhnliche Streifen in die amerikanischen Kinos und konnte sich binnen kürzester Zeit großer Beliebtheit erfreuen. Dabei folgt die Story einem Konzept, das in den letzten Jahren bei Blockbustern sehr rar geworden ist. Mit wenigen Dialogen und viel Mimik erzählt Regisseur Nicolas Winding Refn ein Gangsterdrama, an das Kinogänger noch lange denken werden.

Der beste Fahrer der Welt

Der namenlose Hauptcharakter (Ryan Gosling) jobbt tagsüber in einer Garage und lässt sich als Stuntman für Filmproduktionen in Autos durch die Gegend schleudern. Doch erst nachts kommt sein wahres Talent zum Vorschein. Der Herr ist nämlich ein exzellenter Fahrer und bietet seine Dienste für jeden Interessenten aus der Unterwelt an. Egal, ob er als Chauffeur Täter nach einem Überfall sicher nach Hause bringt oder nicht ganz legale Pakete befördert, der Driver ist der Beste auf seinem Gebiet. Doch egal wie cool ein Typ auch sein mag, irgendwo besitzt er eine Schwachstelle. Im Falle des Drivers heißt diese Irene (Carey Mulligan), die zwei Wohnungen von ihm entfernt lebt und der er hemmungslos verfallen ist. Langsam freunden sich die beiden miteinander an, doch gerade als mehr aus der Freundschaft werden könnte, wird Irenes Mann Standard (Oscar Isaac) aus dem Gefängnis entlassen. Alles scheint wieder einem normalen Gang zu folgen als Standard in der Tiefgarage des Hauses zusammengeschlagen wird, weil er sich weigert, für ein paar hohe Tiere einen letzten Überfall zu erledigen. Um den Frieden zwischen Irene und Standard zu wahren erklärt sich der Driver bereit, seinem Nachbarn bei dem Job zu helfen. Natürlich läuft alles aus dem Ruder und plötzlich muss der Driver ein paar ganz miesen Typen ausschalten bevor diese an Irene und ihren Sohn herankommen…

Kein zurück

„Drive“ gehört zu den Filmen, bei denen man auch nach dem Trailer noch nicht die besten Szenen gesehen hat. Das ist zum einen überraschend, zum anderen eine hervorragende Voraussetzung, um auch während des Films noch auf Unerwartetes zu stoßen. Der Driver mag zwar nicht besonders viel von sich geben, trotzdem gehört er zu den härtesten Kerlen, die es in den letzten Jahren im Kino zu sehen gab. Anfangs nimmt sich der Film fast 25 Minuten Zeit, um das Verhältnis zwischen dem Hauptcharakter und Irene darzustellen. Und dann beginnt eine Abwärtsspirale, die sich gewaschen hat. Die Brutalität, mit der der Driver auf Irenes Verfolger losgeht, bleibt auch noch lange nachdem das Licht im Kinosaal wieder eingeschaltet wurde im Gedächtnis. Häufig erinnert „Drive“ an einen Tarantino-Film, verliert dabei Dank schönstem 80er Jahre-Feeling aber nie seine Identität. Der Start des Films mag etwas langsam sein, danach wird „Drive“ ganz großes Kino. Auf keinen Fall verpassen!

„Drive“ startet am 24.01. in deutschen Kinos.

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