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SciFi mit Prominenz auf Blu-ray und DVD Cowboys & Aliens: Böse E.T.’s im Wilden Westen
von Sven Wernicke am 16. Januar 2012
Aliens im Wilden Westen? Was nach einer schrulligen, unkonventionellen Action-Komödie klingt, ist in der Realität eine Comic-Verfilmung vom „Iron-Man“-Schöpfer Jon Favreau. Und humorig geht es hier wahrlich nicht zur Sache. Jetzt auf Blu-ray und DVD. Ein knallharter Kerl ohne Gedächtnis. Jake Lonergan (Daniel Craig) weiß zu Beginn noch nicht einmal, wie er heißt. Er erwacht mitten in der Prärie. Seine Erinnerungen verschwunden. Dafür hat er ein seltsames Gerät am Arm. Welche Bedeutung dieses hat? Völlig unklar. Doch die Aufklärung folgt recht flott: Fiese Aliens haben es im Nordamerika des 19. Jahrhunderts auf das kostbare Gold abgesehen. Und sie planen die Invasion – zuerst in dem Wüstenkaff Absolution. Lonergan wird unfreiwillig zum Helfer der Bewohner, obwohl er ein gesuchter Gangster zu sein scheint. Aber das spielt keine Rolle, denn Viehzüchter Woodrow Dolarhyde (Harrison Ford), der ansässige Doc (Sam Rockwell) und ein paar andere Leute brauchen dringend Unterstützung – im Kampf gegen die unbekannte Gefahr. Diese hat außerdem einige Angehörige entführt. Hinzu kommt noch die mysteriöse Schönheit Ella Swenson (Olivia Wilde), die unbedingt an der Seite von Lonergan gegen die furchteinflößenden Außerirdischen kämpfen will… Blöd? Die Geschichte von „Aliens & Cowboys“ ist im Kern überaus simpel gestrickt. Ein vermeintlicher Outlaw setzt sich für das Gute ein und bezwingt…richtig…das Böse. Dazu gibt’s übersinnliche Elemente und bösartige Aliens, die wie die gemeinen Geschwister von E.T. aussehen. Die größte Besonderheit ist ganz klar das raue und prächtig inszenierte WildWest-Szenario mit nahezu perfekt platzierten Figuren: Daniel Craig und Harrison Ford gemeinsam als Cowboys? Das ist wirklich toll! Craig passt einfach wunderbar. Und Olivia Wilde ist sowieso eine Augenweide. Die Charaktere ändern nichts daran, dass die Story banal und nach einem 08/15-Muster zusammengefriemelt wurde. Sie ist stellenweise echt langweilig, vor allem in der ersten Hälfte. Auf Blu-ray erhält man zudem noch den 17 Minuten längeren Extended Cut des Films, der „Cowboys & Aliens“ unnötig in die Länge zieht und zum Vorspulen verleitet. Bis es endlich mit der satten Action losgeht, vergeht schlichtweg zu viel Zeit. Die Hintergründe sind zudem lächerlich und alles andere als überraschend. Clevere Wendungen? Ein überragendes Ende? Nix davon hat das Werk von Jon Favreau zu bieten. Ein wirklich elementares Problem von „Cowboys & Aliens“ ist allerdings, dass sich der Film viel zu ernst nimmt. Das Universum ist skurril, der Mix aus Wilder Westen und Aliens eben alles andere als realistisch. Aber amüsante Seitenhiebe, lustige Dialoge, unterhaltsame Szenen – die sind nicht dabei. Stattdessen versuchte der Regisseur, den Charakteren eine gewisse Tiefe zu verleihen und den Verlauf seriös zu erzählen. Das passt allerdings überhaupt nicht. Die Konsequenz sind unglaubwürdig agierende Figuren in einer fantastischen Welt voller Merkwürdigkeiten. Was am Ende bleibt, das ist ein fulminant präsentierter Action-Streifen mit prominenten Schauspielern ohne irgendeinen besonderen Mehrwert. Dramaturgie? Emotionen allgemein? Die sollte niemand erwarten. „Cowboys & Aliens“ ist EyeCandy der destruktiven Art mit prächtigen Schauplätzen – mehr nicht. Auf Blu-ray
„Cowboys & Aliens“ mag vielleicht eine detailgetreue Comic-Verfilmung sein, dennoch hapert es an einer interessanteren Geschichte. Keine Frage: Die Grundidee ist klasse und dürfte mal eine angenehme Abwechslung zu den SciFi-Filmen der letzten Jahre sein. Die Umsetzung ist dramaturgisch unterdurchnittlich, anfänglich langatmig und vollständig vorhersehbar. Wer sich mit jeder Menge Kawumm, beliebten Schauspielern und einem billigen Happy-End zufrieden gibt, kann aber gerne zugreifen und sich effektvoll berieseln lassen. “Cowboys & Aliens” von Paramount Pictures ist ab dem 13. Januar 2012 auf Blu-ray und DVD erhältlich. Ähnliche Artikel Gangsterfilm? Unkonventioneller Thriller? Action mit Brad… Nicht nur die Furbys feierten kürzlich ihr Comeback,… Captain Kirk muss vier Jahre nach „Star Trek“ wieder… |